Die Edition Eulenburg

 
Mit über 1.200 Titeln ist die Edition Eulenburg hinsichtlich ihres umfassenden Angebots, ihren maßgebenden und preisgünstigen Ausgaben, die für Studenten, Ausführende und Musikliebhaber gleichermaßen wertvoll sind, ohne Konkurrenz.
 
Ernst Eulenburg (1847-1926) gründete seinen Verlag 1874 in Leipzig. Ursprünglich wurden dort Unterrichtsmaterial sowie Chorwerke herausgebracht. In den 1890er Jahren übernahm er zwei Studienpartitur-Reihen (Kammer- und Orchestermusik), die zusammengenommen den Kern des klassischen Repertoires ausmachten. Ein großer Teil der folgenden Expansionen und Entwicklungen erfolgte unter Ernst Eulenburgs Sohn Kurt, der 1905 in den Verlag eintrat.
 
Die Gründung der Londoner Niederlassung Ernst Eulenburg Ltd geht auf das Jahr 1939 zurück. Nur kurze Zeit später wurde der Leipziger Betrieb von den Nationalsozialisten enteignet. Kurt Eulenburg suchte einstweilen Zuflucht in der Schweiz, ließ sich aber unmittelbar nach Kriegsende mit seiner Familie in London nieder. Erst 1954 erlangte er wieder Kontrolle über den beschlagnahmten Leipziger Katalog. Der Verlag wurde 1957 von Schott & Co Ltd, London, erworben. Bis zu seinem Ausscheiden 1968, im Alter von 89 Jahren, blieb Kurt Eulenburg für die Taschenpartitur-Reihe verantwortlich. Angesichts des sich erweiternden Musikgeschmacks begann er beträchtliche Lücken im Katalog zu ermitteln und machte sich daran diese zu beheben. Besonders der Bereich der vorklassischen Musik wurde erschlossen. Werke von Byrd, Gabrieli, Monteverdi, Purcell und Schütz wurden dem Schwerpunkt um Bach, Händel und Vivaldi hinzugefügt.
 
Inzwischen ist es zum bewährten Grundsatz geworden, dass die (sowohl neuen als auch überarbeiteten) Eulenburg-Ausgaben den zeitgenössischen Erwartungen an die Musikwissenschaft entsprechen, indem sie den Urtext präsentieren, mit einem allgemeinen Vorwort (in Englisch, Deutsch und Französisch) sowie Einzelanmerkungen. Der aktuelle Katalog umfasst eine unverzichtbare Auswahl des Repertoires vom Barock bis zur Romantik, die jedoch keinesfalls starre Grenzen darstellen sollen. Die aktuellen Ergänzungen beinhalten Werke von Bizet, Campra, Charpentier, Elgar, Gershwin, Gilbert und Sullivan, Hindemith, Honegger, Monteverdi, Orff, Prokofiev, Purcell, Ravel, Respighi, Rodrigo, Schoenberg, Stravinsky, Tippett, Vaughan Williams und Xian Xinghai. Zurzeit sind maßgebliche Revisionen der Sinfonien von Beethoven, Brahms, Bruckner, Haydn, Mendelssohn, Mozart, Schubert und Schumann in Bearbeitung.